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Anzeigenpflichtverletzung

Werden vom Versicherten beim Abschluss seiner Versicherung bewusst oder fahrlässig falsche oder unvollständige Angaben gemacht, verletzt er seine vorvertragliche Anzeigenpflicht. Diese Anzeigenpflichtsverletzung kann den Verlust des Versicherungsschutzes bedeuten. Anders wenn der Versicherte schuldlos bzw. aus Unwissenheit seiner Anzeigenpflicht nicht nachgekommen ist. In diesem Fall hat der Versicherer das Recht, das erhöhte Risiko durch einen erhöhten Beitrag zu versichern. Sollte das bisher nicht angegebene Risiko so hoch sein, dass es selbst mit einem Beitragszuschlag nicht abgedeckt wird, hat der Versicherer das Recht, den BU-Vertrag zu kündigen.

Arztanordnungsklausel

Der Versicherer kann eine so genannte Arztanordnungsklausel in die Versicherungsbedingungen einfügen. In diesem Fall hat der Versicherte die Pflicht, allen Anordnungen Folge zu leisten, die der Arzt zur Therapie als sinnvoll ansieht. Diese Klausel soll verhindern, dass der Versicherte Behandlungen verweigert, die seine Gesundheit wieder herstellen würden, um stattdessen weitere Versicherungsleistungen zu beziehen.

Diese Klausel führt in der Praxis immer wieder zu Streitfällen darüber, ob eine bestimmte medizinische Behandlung als zumutbar, sinnvoll und risikoarm einzustufen ist.

Ärztliches Gutachten

Die Berufsunfähigkeit ist durch einen Arzt festzustellen. In der Regel kommen Antragsteller daher mit einer Diagnose und Prognose des behandelnden Arztes. Um jedoch Betrugsfälle zu vermeiden wird der Versicherer meist einen weiteren, unabhängigen Arzt damit beauftragen, ein Gutachten zum Gesundheitszustand zu erstellen.

Ausbildungsunfähigkeit

Bei Auszubildenden ist die Ausbildung als Beruf des Versicherten zu betrachten. Ausbildungsunfähigkeit bedeutet, der Auszubildende ist nicht in der Lage, die Ausbildung zu beenden und damit ebenfalls „berufsunfähig“.

Außenhaftung

Haftung gegenüber Ansprüchen Dritter; dazu gehören auch Ansprüche, die Mitarbeiter oder Kunden des Unternehmens geltend machen, für das der Manager arbeitet.

Ausscheiden aus dem Berufsleben

Ist der Versicherte aus dem Berufsleben ausgeschieden überprüfen die meisten Versicherer die Berufsunfähigkeit nicht mehr in Hinblick auf den zuletzt konkret ausgeübten Beruf, sondern nur noch auf die vorhandenen Fähigkeiten und Kenntnisse. Entsprechend kann der Versicherte abstrakt auf eine Tätigkeit verwiesen werden, die er aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ausüben könnte und die seiner Lebensstellung entspricht. Er muss diese Tätigkeit bis jetzt nicht ausgeübt haben.

Einige Versicherer gewähren eine Frist vor deren Ablauf nur auf den letzten konkret ausgeübten Beruf verwiesen werden kann. Nach Ablauf dieser Frist kann der Versicherte jedoch auch auf andere Tätigkeiten abstrakt verwiesen werden. Je länger die Frist ist, die der Versicherte von der abstrakten Verweisung verschont bleibt, um so vorteilhafter ist der Vertrag für den Versicherten. Einige Versicherer verweisen nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben nur auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit.

Befristetes Anerkenntnis

Die Berufsunfähigkeit kann vom Versicherer befristet anerkannt werden, wenn eine abschließende Beurteilung einzelner Punkte nicht zeitnah möglich ist. Der Versicherer erkennt jedoch in den restlichen Punkten seine Leistungspflicht an. Bis zum Ablauf des bei der Befristung angegebenen Zeitraums ist der Versicherer an die Anerkennung gebunden. Eine befristete Anerkenntnis darf nur einmalig abgegeben werden. Es muss zudem hinreichend begründet sein, warum eine endgültige Anerkennung noch nicht möglich ist.